Marke elitär
Cambridge ist mehr als nur eine Universität. Absolventen werden auf dem Arbeitsmarkt höher gehandelt als andere und tragen den Ruf von Cambridge in die Welt. Die Universität ist wegen des eigenen Marktwerts sehr stark daran interessiert, dass ihre Absolventen exzellent sind. Neudeutsch nennt man dies “Corporate Identity”. Auch die beiden Münchner Elite-Universitäten wollen sich eine international angesehene Marke aufbauen. Wirtschaftspsychologe Florian Becker weiß, wie Universitäten wie Cambridge ihre Studenten an sich binden:
Florian Becker, Werbepsychologe, LMU München ( 1:28 min)
Der Campus als Familie - das können auch die Gewinner-Unis der Exzellenzinitiative noch lange nicht bieten. In Deutschland sehen die meisten Studenten die Universität als einen Lebensabschnitt, an dessen Ende sie sich ein Zeugnis und einen Stempel abholen und danach mit der Uni nichts mehr zu tun haben. Daran ändern auch T-Shirts und Taschen mit dem Logo der Uni darauf nichts. Um die Studenten mit dem Campus ein Leben lang zu verbinden, braucht es persönliche Beziehungen und emotionale Erlebnisse.
Florian Becker, Werbepsychologe ( 1:13 min)
Der große Unterschied zwischen Cambridge oder Harvard und deutschen Elite-Unis liegt nicht allein in einer spezifischen Universitätskultur begründet. Der Zusammenhang ist hier ein größerer: Das Sendungsbewusstsein ist in der amerikanischen Kultur tief verwurzelt. Bei Sportwettkämpfen der Football-Teams der Unis etwa wird die starke Identifizierung mit dem Campus fortgeführt. Solche Initiationsriten, die unabhängig vom Alltag bei Vorlesungen und Seminaren einen Zusammenhalt und die persönlichen Beziehungen entstehen lassen, fehlen in der deutschen Hochschullandschaft. Auch fehlen starke Unterschiede und ein klares Ranking zwischen den Universitäten.
Florian Becker, Werbepsychologe ( 0:56 min)

